Rheidt: Digitale Brandlöschübung der Feuerwehr

Digital Feuer bekämpfen? Das geht - zumindest als Übung. Statt mit Flammen trainierte die Einheit Rheidt der Freiwilligen Feuerwehr Niederkassel mit LED-Technik und Nebelmaschinen. Auf Wasser konnte dabei verzichtet werden.

Rheidt: Digitale Brandlöschübung der Feuerwehr

Eine ungewöhnliche Feuerlöschübung fand am Dienstag, den 17. Mai 2022 in einem Kellerraum der Rheidter-Werth-Schule statt. Die Löschgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Niederkassel, Einheit Rheidt, hatte ihre ehrenamtlichen Einsatzkräfte zu ihrer ersten digitalen Brandeinsatzübung eingeladen.

Ein ganz neues Übungsverfahren

Das Handling setzte richtige Strahlrohrführung, richtiges Löschen sowie richtiges Verhalten in Brandräumen für die Einsatzkräfte voraus. Torsten Reimann, Rheidter Einheitsführer und sein Stellvertreter Michael Müller 2 hatten dazu Uwe Siemons des Unternehmens "Feuerwehr Training & Coaching" aus Remscheid eingeladen. Siemons wendet bei diesem speziellen Übungsverfahren das ION I ATTACK System von Lion an, eine digitale Feuerdarstellung, die sich wie echtes Feuer verhält und wie echtes Feuer gelöscht werden kann. Eingebettet in die digitale Brandbekämpfung war auch ein Atemschutznotfalltraining, welches sich bei jedem Einsatz ereignen kann.

So funktioniert das System

Das verwendete System kombiniert digitale Flammen, Brandgeräusche und Rauch, um die Bedingungen eines Brandes realistisch zu simulieren. Damit lassen sich Brandeinsätze auch an Orten optimal üben, an denen echte Feuer keine Option sind.

Mittels LED-Technik können realistische Flammenbilder, die per Fernbedienung in unterschiedliche Brandklassen und Schwierigkeitsgrade wechseln können, erzeugt werden. Um die Brandsimulation für die Löschtrupps realistisch zu gestalten, gibt das System Brandgeräusche passend zur Brandklasse ab. Mit einer eingebundenen Nebelmaschine steuert das System die Rauchmenge entsprechend der Brandausbreitung.

Üben ohne Feuer- oder Wasserschäden

Die Löscheinheiten haben das Gefühl ein echtes Feuer zu bekämpfen und löschen das Panel (Bedienungselement), dessen Sensoren die Wasserabgabe erkennen, mit ihren vorhandenen Strahlrohren. Das sorgt dafür, dass sich ein Löscherfolg einstellt. Jederzeit kann der gesamte Ablauf einer Brandbekämpfung an jedem Ort geübt werden. Das alles geschieht ohne Schäden durch Rauch und hohe Temperaturen, die bei echtem Feuer entstehen würden. Nach der Übung kann die Lokation ohne Rückstände und Wasserschäden zu hinterlassen wieder verlassen werden.

Eine erfolgreiche Übung für die Einheit Rheidt

Die Einheit Rheidt war bei etwa 25 ° C mit acht Trupps vor Ort und wurde entweder zu Löschtrupps oder zu Rettungstrupps bei der Simulation eines verletzten Kollegen an den simulierten, verrauchten Brandherd eingesetzt. Die Szenarien vor Ort gab Trainer Siemons per Einsatzbefehl vor. Das Prozedere im Vorfeld lief nach den Bedingungen eines ganz normalen Brandeinsatzes ab. Das heißt Schläuche wurden ausgerollt, Verbindungen hergestellt, schwerer Atemschutz angelegt, Einsatzschritte per Funk angeordnet, bis zu dem Moment wo die Einsatzkräfte dem Brandherd ins Auge sahen und dann mit dem digitalen Strahlrohr mittels Laserstahl denselben löschten.

Mitunter konnte Trainer Siemons per Fernbedienung den Brandherd wieder entfachen, um den Löschtrupp erneut zu Löschaktivitäten zu zwingen. Bei dem ein oder anderen Löscheinsatz musste der Löschtrupp auch Hilfe anfordern, um verletzte Kollegen durch Rettungstrupps aus der verrauchten Gefahrenzone zu holen.Nach erfolgreichem Löscheinsatz, der jedes Mal akribisch protokolliert wurde, gab es im Anschluss eine Lagebesprechung mit Trainer und Einsatzkräften.

Die einzigen Wassertropfen, die während der Übung zu sehen waren, war das "Schwitzwasser" der in voller Montur und Atemschutzgerät tragenden Einsatzkräfte nach ihrer Übung. Der Einsatz von Trinkwasser hatte anschließend oberste Priorität.

Logo