Mondorf: Barkassen für Hafenrundfahrten in Hamburg

Lukrativer Auftrag für die Mondorfer Lux-Werft.

Mondorf: Barkassen für Hafenrundfahrten in Hamburg

(Li) Hafenbarkassen im Hamburger Hafen sind kleine, motorisierte Binnenschiffe, die sich für die unterschiedlichsten Hilfsaufgaben zwischen dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert entwickelten. Die Blütezeit der Barkassen war in den 1920er bis etwa 1960er Jahre. Mit der Veränderung im Hafengeschehen weg vom Stückgut und dem zunehmenden Aufstieg des Containerumschlags, verloren die Barkassen zwangsläufig ihre Bedeutung. Heutzutage dienen die Fahrzeuge überwiegend für Hafenrundfahrten, Ausflüge auf der Unterelbe sowie für die Fahrten durch das Weltkulturerbe der Speicherstadt.

Neue Barkassen für den Tourismus

Die in der Touristenbranche tätige Rainer Abicht Elb-Reederei ist ein Familien-Unternehmen, welches die Elb-Schifffahrt bereits in der 3. Generation betreibt. 28 Schiffe, darunter auch 17 Barkassen sind an 365 Tagen im Jahr auf der Elbe unterwegs, um Hafen- und Charterfahrten zu absolvieren. Unter den Schiffen befinden sich auch drei, die seinerzeit von der Mondorfer Lux Werft und Schifffahrt GmbH gebaut wurden. Dazu zählt auch die in unserer Region bekannte "Anja" , die nun unter dem Namen "MS La Paloma" auf der Elbe verkehrt.

Aufgrund zunehmender Nachfrage hat sich die Elb-Reederei im letzten Jahr entschlossen zwei weitere Barkassen bei der Mondorfer Werft fertigen zu lassen. "Das die Familie Abicht zwei weitere Barkassen in unserer Werft fertigen lässt, bedeutet gleichzeitig auch Anerkennung für die hohe Qualität unserer Produkte", so Dr. Rainer Miebach, Geschäftsführer der Lux Werft.

Neun Monate Bauzeit

Nach einer etwa neunmonatigen Bauzeit der beiden Barkassen, die nach Vorgaben der Elb-Reederei in der modernen Werfthalle der Lux-Werft gebaut wurden, mussten die beiden baugleichen Schiffe am Montag, den 3. April 2023 die Werfthalle verlassen, um Platz für weitere astehende Tätigkeiten der “Schiffsbauer“ zu schaffen. Bei idealen Wetterbedingungen wurde am Vormittag zunächst die Barkasse „Klein Heini“ per Zugmaschine und Anhänger mit Achsmodulen und bewährter Pendelachstechnik von der Firma Baumann aus der Halle zur Helling-Anlage der Werft befördert.

Kurz nach Mittag wurde die Barkasse anschließend mittels Helling-Wagen und starken Stahlseilen so peu a peu dem „Vater Rhein“ zugeführt, bis sie selbständig schwamm. Durch ein kleines starkes Schubboot der Werft sowie Seilsicherung wurde „Klein Heini“ am Anleger der Werft befestigt.

Lange Heimfahrt

Im Anschluss wurde Barkasse „Klein Romy“ akribisch aus der Werfthalle befördert und nahm dann seinerseits den Platz von „Klein Heini“ auf der Helling-Anlage ein. An beiden Barkassen werden im Anschluss die noch anstehenden Arbeiten vollendet, bevor sie über den Rhein, den Rhein-Herne-Kanal, den Dortmund-Ems-Kanal, Mittelland- und Elbe-Seiten-Kanal ihrem neues Domizil zugeführt werden.

Die Barkassen haben eine Länge von 41m, sind 7,60m breit und bieten Platz für 250 Personen. Große aufschiebbare Glasdächer, ein absenkbares Steuerhaus sowie entsprechend den Angaben der neuesten Abgasnormen sind weitere Highlights der Flottenmodernisierung des Auftraggebers. Außerdem wurde der Tiefgang sowie die Manövrierfähigkeit der beiden Schiffe optimiert.

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