Die Erweiterung des Schulzentrums Nord nimmt Fahrt auf

Es wurden weitere Entscheidungen getroffen. Es wird weiter geplant. Nach derzeitigen Einschätzungen könnte ein Umzug in die neuen Gebäude im Schuljahr 2025/2026 stattfinden.

Die Erweiterung des Schulzentrums Nord nimmt Fahrt auf

Die Architekten der Arbeitsgemeinschaft Fischer & Fischer sowie HKS-Architekten präsentierten am Mittwoch den Mitgliedern des Ausschusses Schulzentrum Nord ihre überarbeiteten Pläne sowie den Planungsfortschritt für das Clustergebäude der Gesamtschule, die Mehrzweckhalle und die Mensa. Mit der Vorstellung verbunden war die Aufforderung an die Ausschussmitglieder, eine Entscheidung über eine Voll- oder Teilunterkellerung des Clustergebäudes zu treffen.

Was ist für die Gebäude geplant?

Die geplanten drei Gebäude werden lichtdurchflutet sein, wobei das zweigeschossige Foyer das verbindende Glied der Bauten ist. „Der Eingang ins Foyer soll keine reine Verkehrsfläche sein, sondern ein Aufenthaltsort. Er soll die Bühne des schulischen Lebens darstellen“, so der Architekt Alexander Fischer. Ihm sei es wichtig, dass die Gebäude ein Gesicht bekommen und keine Ansammlung an Bauten darstellen. Durch die Stege vor den Clustern wird viel Licht in die Klassenräume fließen und auch das Campusrestaurant wartet mit zwei großen Glasfassaden auf, durch die man vom Foyer ins Innere der Mensa schauen kann. Ein Lichtausschnitt in der Decke setzt die Treppe der Galerie in Szene. Es gibt also viel Glas in den drei Gebäuden, was das Grüne Ratsmitglied Tanja Schulten zur Frage nach den Reinigungskosten veranlasste. „Viel Glas ist schön, es muss aber auch regelmäßig gereinigt werden und eine Beschädigung ist jederzeit möglich“, so Schulten. Architekt Fischer sagte, dass die Clustergebäude eine geringe Hüllfläche hätten und gläserner erscheinen würden, als sie seien. „Klassenräume und Sporthallen brauchen natürliches Licht. Glas bedeutet Qualitätsgewinn. Große Glasflächen in Mensa und Sporthalle sind enorm wichtig. Und die Fenster lassen sich gut putzen“, so Fischer. Zudem werden die Fenster alle einen außenliegenden, beweglichen oder festen Sonnen- und Blendschutz haben, der auch lichtlenkend genutzt werden könne. Beim Thema Fenster meldete sich der Beigeordnete Carsten Walbröhl zu Wort. „Die Fenster müssen sich manuell öffnen lassen, auch wenn es eine Lüftungsanlage gibt, die dies nicht notwendig erscheinen lässt. Es müssen ja nicht alle Fenster geöffnet werden können, aber hier muss bei der Planung nachgebessert werden“, so Walbröhl.

Welche Bedenken gibt es?

Bis dahin war man sich innerhalb der drei Fraktionen einig, die FDP-Fraktion fehlte entschuldigt, aber beim Thema Voll- oder Teilunterkellerung gab es keinen Konsens. „Wir Grüne haben diskutiert und sind zu der Überzeugung gekommen, dass wir keine Vollunterkellerung brauchen. Dies würde eine Kostensteigerung von mindestens 1.2 Millionen Euro bedeuten. Wir hatten uns mal ein Ziel gesetzt für eine Zweifachsporthalle. Jetzt ist es eine Dreifach-Mehrzweckhalle und somit erheblich teurer. Mit unserer Ablehnung wollen wir auf diesen Missstand aufmerksam machen. Hier geht es um das Schulzentrum Nord und nicht um die Vereine“, so Schulten. Dem widersprach Mathias Jehmlich (CDU): „Eine Vollunterkellerung macht Sinn für die Vereine. Wenn erst einmal die Baugrube ausgehoben ist, wird es billiger werden, als später an andere Stelle neu zu bauen.“ Das sah auch Walbröhl so: „Die Verwaltung würde die Vollunterkellerung vorschlagen. Lagerflächen sind schwer zu bekommen. Wir müssten eigens ein Grundstück kaufen und ein Gebäude bauen. Das würde sicher teurer.“ Auch Frieder Reusch (SPD) sprach sich für eine Vollunterkellerung aus, auch wenn man wegen der Mehrkosten erhebliche Bedenken habe.

Was wurde entschieden?

Nach kurzer Diskussion über eine Vertagung beziehungsweise eine Beratungspause kam man dann doch schnell zur Abstimmung. Mit neun Stimmen von CDU und SPD, bei drei Gegenstimmen der Grünen, nahm der Ausschuss die aktuellen Planungsfortschritte zustimmend zur Kenntnis und beauftragte die Verwaltung, die Planung unter Berücksichtigung einer Vollunterkellerung des Clustergebäudes der Gesamtschule weiterzuentwickeln. Um in die Kellerräume mit schwerem Material zu gelangen, wurde der Bau einer Rampe verworfen. Jetzt bekamen die Planer den Auftrag, einen Lastenaufzug mit nebenliegender Treppe in das Gebäude zu integrieren.

Weitere Infos:

Wie sich die Kosten für das Schulbauprojekt entwickeln, ist völlig offen. Aus ehemals veranschlagten 35.2 Millionen Euro sind schon 38.1 Millionen Euro geworden. Die Architekten wiesen zudem darauf hin, dass die Preise für Holz, Beton, Stahl, Dämmung und Bitumen zwischen 10 und 40 Prozent gestiegen sind. Nach derzeitigen Einschätzungen könnte ein Umzug in die neuen Gebäude im Schuljahr 2025/2026 stattfinden. Wie Carsten Walbröhl abschließend mitteilte, habe man mit der Firma Rheinland-Akustik einen Partner gefunden, der bei der technischen Einrichtung der Mehrzweckhalle mitwirken werde.

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