Streit um Namensänderung der Sportanlage Spicher Straße

Politiker zeigen sich kompromißbereit gegenüber dem 1. FC Niederkassel

Streit um Namensänderung der Sportanlage Spicher Straße

„Not amused“ zeigte sich die Verwaltung der Stadt Niederkassel über einen Alleingang des 1. FC Niederkassel bei der Vermarktung von Namensrechten. Die Fußballer hatten schon im Oktober 2020 über ihre Homepage mitgeteilt, dass der Sportplatz an der Spicher Straße zukünftig den Namen eines Werbepartners trage. Gut sichtbar prangt seit dieser Zeit der Namen des Sponsors über dem Kassenhäuschen am Eingang der Anlage.

Prüfung durch den Haupt-, Finanz- und Beschwerdeausschuss

Die Verwaltung wollte sich daher von den Mitgliedern des Haupt-, Finanz- und Beschwerdeausschuss beauftragten lassen, den 1. FC Niederkassel auffordern zu können, alle Unterlagen (Verträge, Vereinbarungen etc.), aus denen sämtliche Inhalte und Konditionen im Zusammenhang mit der Umbenennung des Sportplatzes Niederkassel hervorgehen, vorlegen zu lassen. Gleichzeitig sollte die nicht abgestimmt Vorgehensweise missbilligt und dem Verein die Nutzungsrechte bei der Namensvergabe untersagt werden. Bürgermeister Stephan Vehreschild sowie die Politiker aller Parteien zeigten ihr Verständnis für die Marketingaktion der Fußballer, mißbilligten allerdings die Art und Weise. „Es gehört sich nicht, anderer Leute Eigentum umzubenennen. Andere Vereine oder Einrichtungen könnten ja auch auf diese Idee kommen und städtisches Eigentum für ihre Vermarktungszwecke nutzen“, sagte CDU-Fraktionschef Marcus Kitz.

Ein Kompromiss wird gefunden

„So wie es gelaufen ist, war es sehr unglücklich. Jeder der städtisches Eigentum umbenennen will, muss das in aller Form beantragen“, so BM Vehreschild. Frieder Reusch (SPD) stellte die Frage, wie man mit der Situation nun umgehen solle und fand, dass eine für alle Seiten zufriedenstellende Lösung gefunden werden müsse. Zuvor hatten der Vereinsvorsitzende Marc Pfister und der Marketing-Beauftragte Marc Knippscher dem Ausschuss schon die Vertragsunterlagen der dreijährigen Kooperation zur Verfügung gestellt und sich auch für die nicht abgestimmte Aktion entschuldigt. So kam der Ausschuss zu dem Ergebnis, den Vertrag ausschließlich für das Jahr 2021 nachträglich zu genehmigen.

Zukünftiger Umgang mit Sponsoring

Darüber hinaus bedarf es weiterer Verhandlungen und Regelungen, wie Sponsoring zukünftig gestaltet werden kann. „Wir sind mit dem Ergebnis zufrieden und freuen uns über die Unterstützung durch BM Vehreschild und die Politik. Nun haben wir Planungssicherheit. Als kleiner Verein müssen wir, um existieren zu können, sehr kreativ sein und haben daher mit rund 80 Sponsoren Verträge geschlossen. Das jetzt zur Diskussion stehende Sponsoring für die drei Jahre bewegte sich knapp im vierstelligen Bereich und beinhaltete neben den Namensrechten auch die Bandenwerbung. Es sind also keine Unsummen geflossen. Allerdings haben wir derzeit wichtigere Themen, denn die Pandemie zwingt die Sportvereine in die Knie“, so der 1. Vorsitzende Marc Pfister im Gespräch mit der MOZ.

Nun wird von städtischer Seite nach einer Regelung gesucht, ob und wie man den Vereinen, die ähnliche Überlegungen anstellen, entgegenkommen kann. Dabei sollte es keine Denkverbote geben, sagte Marc Pfister, der sich auch Werbung auf städtischem Eigentum, z.B. auf Kraftfahrzeugen, sehr gut vorstellen kann.

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