Theaterverein 1930 Rheidt: Gelungene Premiere des Jubiläumsstücks „Der 90. Geburtstag“

Am Samstag, den 26. November 2022 fand um 19:00 Uhr die Premiere des Jubiläumsstücks „Der 90. Geburtstag“ vom Theaterverein 1930 Rheidt e.V. statt. Am kommenden Wochenende gibt es weitere Aufführungstermine.

Theaterverein 1930 Rheidt: Gelungene Premiere des Jubiläumsstücks „Der 90. Geburtstag“

Eigentlich hätte der Theaterverein 1930 Rheidt e.V. bereits im Jahr 2020 gerne das Stück "Der 90. Geburtstag" dem Publikum zeigen wollen, doch die Corona-Pandemie machte den Akteuren einen Strich durch die Rechnung. Nach zweijähriger Verspätung konnte das, nach der Idee von Petra Sandow, Johannes Stett und Jörg Söntgen (letzterer 32 Jahre Vereinszugehörigkeit, 172 Inszenierungen, teilweise Regie und etliche Stücke geschrieben) verfasste Jubiläumsstück nun zum 92-jährigen Bestehen des Vereins endlich unter der Regie von Petra Sandow und Johannes Stett auf der Bühne präsentiert werden.

Handlung und Mitwirkende

Ex-Bestatterin Donna Sofia (Monika Berk) hat anlässlich ihres 90. Geburtstag ihre Familie und Freunde traditionell nach Sizilien eingeladen. Unter ihnen mit Colonia (Petra Sandow) und Agrippina (Heike Klein) die beiden geschäftstüchtigen Töchter, ebenfalls Bestatterinnen in Köln und Italien, die unter der Hand auch Doppelbestattungen (lege je einen Toten unter meinen) durchführen sowie mit Schauspieler Rigoletto, mitunter auch Risotto, (Johannes Stett) und Reporter Sambucco (Norman Klaar) ihre beiden Söhne. Letzterer brachte seine Exfrau Camilla (Manuela Krause) und seine neue Liebe Peppona (Julia Berressem) mit, von der Mutter Sofia noch keine Kenntnis hat. Sofias unverheiratete und eifersüchtige jüngere Schwester Gundula (Waltraud Rosenbaum) vervollständigt die Familie.

Des Weiteren ergänzten der ehrgeizige Bestattungsfachmann Roberto Da Niro (Sascha Paulus), Debütant Monsignore Grandepancia (Bernd Geisler), Ex-Casanova und langjähriger Freund von Donna Sofia Mauro da Capo (Matthias Volberg), der blinde Butler Merlin (Daniel Gómez Sandow) und die taubstumme Köchin Mim (Kristin Klein) das illustre Ensemble, deren Inszenierung mit einem Prolog des 1. Vorsitzenden Markus Linnartz begann. Begrüßt wurde das Premierenpublikum in lockerer Form von Petra Sandow. Gesangliche Beiträge, Lichteffekte und ein südländisches Bühnenbild waren eines 90-jährigen Geburtstags würdig und wurden am Ende vom begeisterten Publikum, das auch während der Vorstellung mit Szenenapplaus nicht geizte, mit viel Applaus belohnt.

Zum gelungenen, turbulenten Dreiakter trugen Rebecca Winkler und Carsten Salz (Technik), Lisa Lachmann (Flüsterin) sowie das Bühnenbau- und Gastroteam des Theaterverein bei.

Langjährige Weggefährten des Theatervereins waren als Akteure auf der Bühne oder wurden als Gratulanten in die Szenerie mit eingebunden. So wie Ehrenmitglied Monika Berk, 55 Jahre Vereinszugehörigkeit, 243 Inszenierungen, Waltraud Rosenbaum 47 Jahre im Verein, 183 Inszenierungen und Ehrenmitglied Matthias Volberg, 50 Jahre Vereinszugehörigkeit sowie 145 Inszenierungen. Als Gäste wirkten ferner Ehrenmitglied Klaus Dieter Waldt, 50 Jahre Vereinszugehörigkeit, 162 Inszenierungen, Anneliese Weiand und Silvia Impekoven, die teilweise in Erinnerungen schwelgten, im 17-köpfigen Ensemble der Aufführung mit.

92 Jahre Theaterverein 1930 Rheidt e.V.

Der Theaterverein hat mit der Jugend (44), der U30 (17) sowie den Senioren (70) insgesamt 131 Inszenierungen in 418 Aufführungen auf die Bühnenbretter gebracht. Im November 1930 gründeten 17 Männer in der Gaststätte "Zum Lüches" den Theaterverein 1930 Rheidt, der zu den traditionsreichsten Vereinen der Region gehört. Bis auf die Kriegs- und Nachkriegsjahre sowie die Corona-Pause wurde ohne Unterbrechung Theater gespielt. Zahlreiche bekannte sowie viele Stücke aus eigener Feder sind seitdem aufgeführt worden. Seit 1987 stellt die Alfred-Delp-Realschule die Bühne in der Aula als Spielstätte zur Verfügung. Zuvor diente die Bühne im Saal "Zum Lüches" als Theaterkulisse.

Um auch die Jugend für das Theaterspiel zu begeistern, wurde 1977 die Jugendabteilung gegründet, die jährlich die jüngsten Zuschauer mit ihren Aufführungen begeistert. Als Bindeglied zwischen Jung und Alt entstand 2004 die "U30", die größtenteils mit selbstgeschriebenen Stücken, Tanz und Musik im Frühling beste Unterhaltung für das jüngere Publikum bot, während im Winter klassische Boulevard- und Volkskomödien aufgeführt wurden.

Der Vorsitz des Vereins sah wie folgt aus: Jean Schäfer (1930-1932), Peter Lammerich (1932-1942), Willi Impekoven (1942-1945), Fritz Knauf (1945-1950), Willi Wiemer (1950-1955), Willi Impekoven (1955-1972), Fred Uerlings (1972-1978), Karl-Heinz Wessel (1978-2012), Ina Rassbach (2012-2016), Robert Nonnen (2016), Waltraud Rosenbaum (2017-2022) und zur Zeit Markus Linnartz.

Seit Jahrzehnten ist der Theaterverein im Rheidter Karneval aktiv und stellte 1972 mit Prinz Peter l. (Ringhausen), 1982 Prinz Karl-Josef l. (Schäfer), 1992 Prinz Karl-Heinz l. (Wessel) und 2002 Prinz Rony l. (Spürkel) vier Prinzen und 2012 mit Prinz Klaus-Dieter l. (Waldt), Bauer Winfried (Rosenbaum) und Jungfrau Josi (Söntgen) das erste Dreigestirn der Vereinsgeschichte.

Des Weiteren zählen das Wagenbaufest, der "Gemütliche Abend" sowie der Rheidter Sonntagszug zu weiteren karnevalistischen Aktivitäten im Vereinsleben. Mit dem "Gemütlichen Abend" eröffnet der Verein die 5. Jahreszeit. Jung und Alt beteiligen sich mit diversen Auftritten und Tanzeinlagen an der Veranstaltung und ernten neben dem Applaus als Dank den jährlichen Vereinsorden. Seit Bestehen des Festkomitee Rheidter Karneval (FRK) beteiligt sich der Verein mit Fußgruppe und Großwagen regelmäßig am Sonntagszug.

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