Vorsicht mit der Bezeichnung „Mundschutz-Maske“

Bei falscher Bezeichnung drohen Abmahnungen.

Vorsicht mit der Bezeichnung „Mundschutz-Maske“

In Zeiten von Corona sind innovative Ideen gefragt. Alle wollen helfen und engagieren sich für ihre Mitmenschen. Nicht nur Beatmungsgeräte fehlen, sondern auch so elementare Dinge wie Einmal-Schutzanzüge, Handschuhe und zertifizierte Schutzmasken. Hier gibt es gravierende Unterschiede in deren Herstellung und Wirkung. Im Zusammenhang mit der aktuellen Situation zu SARS-CoV-2 / Covid-19 werden in unterschiedlichen Zusammenhängen verschiedene Typen von Masken zur Bedeckung von Mund und Nase genutzt. Da sich diese Masken grundsätzlich in ihrem Zweck - und damit auch in ihren Schutz- und sonstigen Leistungsmerkmalen - unterscheiden, weist das Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) auf wesentliche Charakteristika hin.

Ehrenamtlich engagierte Frauen erhalten Abmahnung

Zu unterscheiden sind im wesentlichen Masken, die als Behelfs-Mund-Nasen-Masken aus handelsüblichen Stoffen hergestellt werden („Community-Masken“) und solche, die aufgrund der Erfüllung einschlägiger gesetzlicher Vorgaben und technischer Normen Schutzmasken mit ausgelobter Schutzwirkung darstellen (Medizinischer Mund-Nasen-Schutz und filtrierende Halbmasken).

Da es unter anderem auch an Mundschutz-Masken mangelt und inzwischen die Experten das Tragen von Masken durchaus als sinnvoll erachten, haben viele Menschen ihre Nähmaschinen aus dem Schrank geholt und nähen fleißig Masken. Der Vielfalt sind da keine Grenzen gesetzt. Alle Farben und Formen gibt es und wer nicht weiß wie, der bekommt in Internetforen, in Zeitungen, Zeitschriften und bei YouTube praktische Anleitungen. Bei der Herstellung engagieren sich Menschen ehrenamtlich oder sie bieten die Mundschutz-Masken zum Verkauf an. In der Presse wurde jetzt von einem Fall berichtet, der für Aufsehen sorgt. In Bayern sollen Frauen, die für ein Kinderhospiz und ein Therapiezentrum ehrenamtlich Mundmasken genäht haben, eine Abmahnung erhalten haben. Nicht für das Herstellen, sondern für die Bezeichnung, denn sie hatten öffentlich von „Mundschutz“ geschrieben.

Behelfs-Mund-Nasen-Masken aus handelsüblichen Stoffen

Die selbst genähten Masken nennt das Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) „Behelfs-Mund-Nasen-Masken aus handelsüblichen Stoffen" oder kurz „Community-Masken". Am Dienstag hat das BfArM neue Hinweise veröffentlicht, wie mit den Masken umzugehen ist: Sinn ergeben die selbst gebastelten Mund- und Nasen-Masken, weil sie das Bewusstsein schärfen und das Risiko verringern, dass der infizierte Träger einer solchen Maske andere ansteckt. „Träger der beschriebenen „Community-Masken“ können sich nicht darauf verlassen, dass diese sie oder andere vor einer Übertragung von SARS-CoV-2 schützen, da für diese Masken keine entsprechende Schutzwirkung nachgewiesen wurde“, so eine Pressemitteilung des Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. Wichtig für den Vertrieb solcher Community-Masken ist es, nicht den Eindruck zu erwecken, dass diese Masken vor dem Coronavirus schützen würden. Mundbedeckung, Gesichtsmaske, Mund-Shirt oder Nasenstoff; das alles ist als Bezeichnung zulässig.

Derzeit spricht auch nichts dagegen, diese Masken selbst herzustellen und sie auch weiterzugeben - im Gegenteil haben wie erwähnt die Experten auch hierzulande ihre Meinung darüber geändert. Nur auf die Bezeichnung sollte man genau achten und den Begriff „Schutz“ dabei vermeiden. Auch wer einen Zusammenhang mit Covid-19 erwähnt, solle vorsichtshalber darauf hinweisen, dass die Maske keinen erwiesenen wirksamen Schutz vor Viren darstellt.

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