Niederkasseler Verein feiert den Tag der Gleichstellung - dieses Jahr online

Selbsthilfe Spina Bifida und Hydrocephalus NRW e.V. und SPD Rhein-Sieg setzen gemeinsames Zeichen zum Tag der Gleichstellung

Niederkasseler Verein feiert den Tag der Gleichstellung - dieses Jahr online

Das Jahr 2020 wird aus vielerlei Hinsicht in die Geschichte unseres Landes und damit auch des Rhein-Sieg-Kreis eingehen. Seit Wochen beschäftigt uns die Corona-Pandemie mit ihren Auswirkungen. Und doch ist es in dieser Krise wichtig den Blick auf die Gleichstellung von behinderten Menschen in unserer Gesellschaft zu richten. Die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention geht in Deutschland ins elfte Jahr. Deutschlands 1. Zeugnis - wenig Lob, viel Kritik.

Bereits seit 2014 veranstaltet die Selbsthilfe Spina Bifida und Hydrocephalus in NRW e.V. in Niederkassel einen Aktionstag anlässlich des Tags der Gleichstellung. Auch in diesem Jahr sollte es wieder eine Aktion geben, doch Corona machte allen einen Strich durch die Rechnung. „Wir hatten uns sehr gut auf unsere Veranstaltung vorbereitet. Durch Musik und Zauberei für jung und alt, behindert oder nicht behindert, war eine ein buntes und abwechslungsreiches Event organisiert“, so ein enttäuschter Walter Bass Vorsitzender von Spina Bifida und Hydrocephalus NRW e.V. „Seit sechs Jahren bieten wir diese inklusive Veranstaltung gemeinsam mit der Musikschule der Stadt Niederkassel und des Fördervereins promusica.ndk in Niederkassel an. Wir wollten wie im letzten Jahr rund 200 Mitwirkende und Besucher begrüßen, doch heute ist alles anders.“

Kinderklinik muss inklusive Gedanken prägen

Im Austausch mit Denis Waldästl, Landratskandidat der SPD Rhein-Sieg sowie 2. stellvertretender Landrat, entwickelte Walter Bass die Idee den Tag der Gleichstellung ins Netz zu holen. „Wenn wir den Tag der Gleichstellungen nicht mit einem Aktions- und Informationstag vor Ort gestalten können, dann weisen wir in den Sozialen Netzwerken auf dieses wichtige Thema hin“, so Waldästl. „Inklusion geht uns alle an, denn sie bedeutet gesellschaftliche Veränderung im täglichen Leben. Neue Fragen brechen das Denken und Handeln von gestern auf. Mit einem kurzen Video und Fotos sowie weitergehenden Informationen machen wir im Internet auf den Tag der Gleichstellung aufmerksam“, ergänzt Bass. Als symbolisches Zeichen der Unterstützung standen Walter Bass und Denis Waldästl daher mit einem Banner vor der LVR-Frida-Kahlo-Schule (Rheinische Schule für Körperbehinderte) in Sankt Augustin.

Sie fordern „Insbesondere die Kinderklinik muss den inklusiven Gedanken prägen. Gerade, wenn es um neugeborene Kinder geht, die als "Frühchen", mit einer Missbildung oder Krankheit auf die Welt kommen. Die Klinik ist und soll auch weiterhin eine Anlaufstelle für unsere besonderen Kinder und ihren Familien werden. So fängt Inklusion an, zumindest ist das unsere Vorstellung.“ Gerade in der aktuellen Situation sei es wichtig darauf zu achten, dass kein Mensch in der Gesellschaft vergessen werde – egal ob mit oder ohne Behinderung. „Wir müssen im Rhein-Sieg-Kreis dringend mehr Barrieren abbauen und allen Menschen eine echte Teilhabe ermöglichen“, resümiert Waldästl.

Hintergrundinformationen

Zum jährlichen Tag der Gleichstellung von Behinderten in unserer Gesellschaft gibt es im Mai mehrere hundert Veranstaltungen in Deutschland, in der Regel vorbereitet und durchgeführt von Selbsthilfeverbänden der Behindertenhilfe und engagierten politischen Parteien. In diesem Jahr wird erinnert, dass die Bundesrepublik Deutschland am 26. März 2009 das von den Vereinten Nationen drei Jahre zuvor verabschiedete Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen in Kraft gesetzt hat. Durch den Beschluss von Bundestag und Bundesrat und die Ratifikation der Konvention durch den damaligen Bundespräsidenten Horst Köhler ist die UN-Behinderten Rechtskonvention in Deutschland 2009 zu geltendem Recht geworden.

Ziele

Inklusion heißt: Alle Menschen sind überall dabei. Sie machen Dinge zusammen. Alle Menschen haben die gleichen Rechte.

Die Umsetzung wird spürbar in den Themen Barrierefreiheit, Arbeit, Bildung und Partizipation. Mit Verkündung des Bundes-Teilhabegesetzes zum 1. Januar 2020 wurde ein weiterer Meilenstein zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung in unserer Gesellschaft auf den Weg gebracht.

Inklusion im Rhein-Sieg-Kreis

Für den 4. Mai 2020 hatte der Rhein-Sieg Kreis zu 24. Sitzung des Ausschusses für Inklusion und Gesundheit eingeladen. Die Sitzung wurde auf Grund der Corona-Pandemie abgesagt. Seit 2015 setzt sich der Rhein-Sieg Kreis mit seinem Inklusionfachbeirat noch mehr für die Rechte und Interessen von Menschen mit Behinderung ein. Konkret geht es darum, es behinderten Menschen einfacher zu machen, an allen Bereichen des Lebens teilnehmen zu können und vorhandene Stolpersteine zu entfernen. Besonders wichtig dabei ist, den einzelnen Menschen mit seinen speziellen Bedürfnissen wahrzunehmen.

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