Alle Jahre wieder – doch dieses Jahr ist alles anders

Weihnachten in Corona-Zeiten: einmal Umdenken bitte!

Alle Jahre wieder – doch dieses Jahr ist alles anders

Die Weihnachtszeit ist eine Zeit der Besinnung. Tannenzweige, Adventskränze und Lichter schmücken die Städte und Häuser, die Familie kommt unter dem Weihnachtsbaum zusammen. Man singt Weihnachtslieder und beschenkt sich, isst Weihnachtsbraten und Kekse, besucht vielleicht gemeinsam den Gottesdienst.

Weihnachtszeit ist Familienzeit

Was bedeuten Weihnachten und die Weihnachtszeit für dich? Was für Bilder hast du vor Augen? Worauf freust du dich jedes Jahr am meisten? Was für Traditionen habt ihr in deiner Familie? Die Fragen wird jeder für sich ganz individuell beantworten können und die Antworten werden mit Sicherheit verschieden ausfallen. Steht für den einen der religiöse Aspekt und der Besuch der Kirche im Mittelpunkt, denkt der andere in erster Linie an einen üppig geschmückten Baum, Geschenke, Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt oder den Duft von Zimt, Anis und Nelken. Worauf sich aber wohl die meisten einigen können, ganz gleich ob Groß oder Klein, ist der Wunsch, an Weihnachten Zeit mit der Familie zu verbringen – sei es in festlichem oder schlichtem Rahmen, für einen Abend oder eine ganze Woche.

Nähe trotz Distanz

Daran merken wir: Weihnachten ist untrennbar mit dem Wort „Nähe“ verknüpft. Emotionale Nähe zu unserer Familie und unseren Liebsten, aber auch körperliche Nähe in der überfüllten Messe am Heiligabend, in den Innenstädten, Kaufhäusern oder auf dem Weihnachtsmarkt. Auch der christliche Ursprung von Weihnachten hat mit Nähe zu tun, mit der Nähe Gottes zu den Menschen.

In diesem Jahr hat das Wort „Nähe“ eine ganz andere Bedeutung gewonnen. „Social Distancing“ lautet die Parole – Distanz, die helfen soll, sich selbst und seine Mitmenschen vor einer Ansteckung zu schützen. Aber wie soll Weihnachten aussehen in einer Zeit, in der die Nähe in Verruf geraten ist? Ganz klar: Die Weihnachtszeit wird anders sein in diesem Jahr. Und, machen wir uns nichts vor, es wird einiges fehlen. Aber vielleicht gelingt es ja selbst in einer solchen Zeit auch die andere Seite der Medaille zu sehen. Vielleicht gelingt es uns, nicht nur zu sehen, was fehlt, sondern auch zu überlegen, wo es Raum zum Überdenken von Gewohnheiten und eigenen Verhaltensmustern und Platz für neue Traditionen gibt. Wir haben ein paar Ideen für euch gesammelt. Vielleicht habt ihr ja Lust, den ein oder anderen Vorschlag in die Tat umzusetzen.

Muss der Stress wirklich sein?

Eigentlich eine Zeit der Besinnung, bedeutet die Weihnachtszeit für viele vor allem eines: Stress. Karten müssen verschickt, ein Weihnachtsbaum besorgt, Geschenke gekauft und das Festtagsessen vorbereitet werden. Zur Ruhe zu kommen, die Atmosphäre und den Zauber der Weihnachtszeit zu genießen, fällt da schwer. Aber: Manchmal ist weniger mehr. Es muss nicht alles perfekt werden. Und wenn ihr etwas nicht schafft, nimmt es euch niemand übel. Denkt auch an euch selbst und nehmt euch bewusst Zeit für euch!

Geschenke nachhaltig verpacken

Berge von Geschenkpapier landen nach dem Weihnachtsfest im Müll. Dabei gibt es so tolle Möglichkeiten, Geschenke umweltfreundlich zu verpacken. Zeitungspapier – die gelesene Montagszeitung zum Beispiel – eignet sich hervorragend zum Verpacken. Oder wie wäre es mit Stoffen, die der Beschenkte weiterverwenden kann? In manchen Fällen kann auch die Verpackung selbst Teil des Geschenks sein…eine schöne Dose, ein Schal oder Ähnliches. Hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Qualität vor Quantität

Meistens ist doch das eine, gut ausgesuchte, individuelle Geschenk so viel mehr wert und begleitet uns so viel länger als die vielen, wahllos ausgesuchten Geschenke, die zum Großteil den Berg unter dem Weihnachtsbaum ausmachen. Vielleicht tut ihr euch zusammen beim Beschenken. Vielleicht fragt ihr den Beschenkten, was er sich wirklich wünscht. So vermeidet ihr unnötigen Konsum und die Freude beim Beschenktem ist garantiert.

Genuss im Mittelpunkt

Kurz nach Weihnachten kommen viele Geschäfte, Zeitschriften und Supermärkte mit den neusten Sport- und Diättipps um die Ecke. Der Grund: Die angesammelten Festtagskilos sollen wieder runter. In nicht wenigen Familien ähnelt das Weihnachtsfest einer nicht endenden Völlerei. Neben den üppigen Mahlzeiten mit Weihnachtsbraten und Co warten süße Verlockungen an allen Ecken und Enden. Das Food-Koma ist hier vorprogrammiert. Hat das noch etwas mit Genuss zu tun?

Neu ist nicht immer besser

Dekorationsartikel gibt es in der Zeit vor und um Weihnachten überall en masse zu kaufen – Christbaumkugeln, Weihnachtsmänner in jeder Form und Größe, Schälchen, Döschen, Teelichtbehälter und Stehrumchen für jeden Winkel der Wohnung. Aber: Braucht man wirklich jedes Jahr eine neue Weihnachtsdekoration? Krippen, Christbaumkugeln, Strohsterne und andere Dekoartikel sind auch noch nach Jahren schön anzusehen und geraten nie aus der Mode.

O Tannenbaum

Einen Baum nur dafür zu züchten, dass er dann für ein paar Tage ein Wohnzimmer schmückt, bevor er entsorgt wird, ist nicht unumstritten. Aber ein Weihnachtsfest ohne Tannenbaum? Für viele wahrscheinlich unvorstellbar. Aber wie wäre es zum Beispiel mit einer Tanne im Topf, die nach dem Weihnachtsfest in den Garten gepflanzt oder weiter im Topf gehalten werden kann? Oder mit einem wiederverwendbaren Weihnachtsbaumersatz aus Holz oder Metall. Das schont die Umwelt und gibt dem Weihnachtsfest einen modernen und individuellen Touch.

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Dieser Artikel erschien zuerst im machPuls Magazin 3/2020

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