Mondorfer „Ponyinsel“ verlässt Niederkassel

Nach 25 Jahren muss der Gnadenhof schweren Herzens nach Rheinland-Pfalz umziehen.

Mondorfer „Ponyinsel“ verlässt Niederkassel

Es sind jetzt 25 Jahre her, dass Anke Kluth ein Gelände oberhalb des Mondorfer Hafens für ihre eigenen Pferde pachtete. Mit der Zeit kamen andere Tiere hinzu und es entwickelte sich nach und nach ein Gnadenhof für ältere und kranke Tiere.

Die Betreiberin meldete ein Gewerbe an und bot daraufhin auch Ponyreiten an. Seitdem kam mit Johanna Grohs eine tierliebende Mitpächterin hinzu. Zahleiche Kinder kamen mehrmals in der Woche, teilweise aus therapeutischen Gründen, zur "Ponyinsel" und verbrachten dort gemeinsam viele Stunden mit den Ponys. Die Kinder werden die "Ponyinsel" vermissen. Das schmerzt die beiden Pächterinnen gewaltig, da sich darunter viele Kinder befinden, deren Erziehungsberechtigte anderweitige teure Ponyreitstunden nicht zahlen können.

Warum muss die „Ponyinsel“ gehen?

Das alles hat nun ein Ende und die beiden Betreiberinnen müssen schweren Herzens das Areal in Mondorf aufgeben und mit den Tieren umziehen. Nach Überarbeitung des Landschaftsplan 2010, die zunehmenden Vorgaben im Überschwemmungsgebiet und des Bauordnungsrecht, Auflagen der Stadt Niederkassel, der Unteren Landschaftsbehörde sowie der Unteren Wasserbehörde konnten die beiden Pächterinnen nicht vollends erfüllen.

"Wir haben versucht den Aufforderungen immer nachzukommen und waren bereit Dinge zu ändern. Wir haben nie eine Rückmeldung zu den Änderungen bekommen und jetzt heißt es, so wie das gemacht worden ist, geht es nicht mehr", sagt Johanna Grohs.

Seitens der Stadt Niederkassel erklärt Sabine Manheller, Fachbereichsleiterin für Bauaufsicht, Stadtplanung und Umwelt: "Ich kann verstehen, dass die beiden Frauen enttäuscht sind. Selbst wenn die Stadt bereit wäre, den beiden entgegen zu kommen, blieben immer noch die Beanstandungen der Kreisbehörden".

Wo geht es nun für die Pferde hin?

Per Zufall konnten die Betreiberinnen einen zum Verkauf stehenden Bauernhof, in der Gemeinde Weyerbusch (bei Altenkirchen) in Rheinland-Pfalz, 40 km östlich von Bonn an der B8, nach vielem Hin und Her bei der Finanzierung durch die Bankhäuser, käuflich erwerben.

Gut und schön, aber glücklich sind die beiden mit der Lösung nicht. Die Entfernung zum neuen Standort ist einfach zu weit. Der Umzug, der Ausbau der Stallungen in Weyerbusch sowie der Abbau der Stallungen und Gehege in Mondorf kosten Zeit und Geld. Die Einnahmen vom Ponyreiten sowie Ersparnisse sind ein Tropfen auf den heißen Stein - den Hauptanteil tragen die beiden selbst. Der dreiwöchige Urlaub von Johanna Grohs im August wird von Umzugsmaßnahmen geprägt sein.

Auch privat müssen die Pächterinnen Abstriche machen

Last but not least wird Johanna Grohs, die beruflich in Siegburg tätig ist, wegen der Entfernung und um den Tieren gerecht zu werden, die Konsequenzen ziehen und ihren Wohnsitz ebenfalls nach Weyerbusch verlegen. Anke Kluth wird vorerst in ihrem Domizil in Neunkirchen-Seelscheid bleiben. Die Umzugsmaßnahmen der "Ponyinsel" sollen nach Möglichkeit bis Ende November beendet sein, während die Abbaumaßnahmen in Mondorf sich jedoch etwas länger hinziehen könnten. Die Pachtflächen in Mondorf werden zukünftig der Natur überlassen.

Sie möchten den Pächterinnen helfen?

Wer die beiden Pächterinnen unterstützen möchte, sei es durch beherztes Zugreifen bzw. finanzieller Unterstützung, der wende sich an Johanna Grohs Tel. 0151-63347863 bzw. Anke Kluth Tel. 0170-8830684.

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