Nachhaltige Mobilität: „ein guter Tag für den Radverkehr in Niederkassel“

ADFC begrüßt Ausschuss-Entscheidungen zum Radverkehr in Niederkassel

Nachhaltige Mobilität: „ein guter Tag für den Radverkehr in Niederkassel“

„Der 3. März 2021 ist ein guter Tag für den Radverkehr in Niederkassel“, kommentiert Peter Lorscheid, Sprecher des ADFC Niederkassel, die Beschlüsse des Niederkasseler Planungs- und Verkehrsausschusses zum Radverkehr. Besonders große Hoffnungen weckt bei ihm das einstimmig beschlossene Konzept „Radnetz PLUS – Fähre City Bahnhof“, das zuvor unter Beteiligung des ADFC im Arbeitskreis „Nachhaltige Mobilität“ erarbeitet wurde. „Wir freuen uns, dass der Radverkehr derzeit von allen Fraktionen mit einer Vielzahl von Maßnahmen Rückenwind bekommen soll, bis hin zum Einstellen von Haushaltmitteln in sechsstelliger Höhe pro Jahr“, so Lorscheid. Die Infrastruktur müsse dringend ausgebaut werden, insbesondere wie im Konzept dargestellt durch eine durchgehende Nord-Süd-Route für den Alltagsverkehr und verbesserte Anbindung der S-Bahn-Stationen in Wahn, Spich und Troisdorf. Der ADFC sei nun sehr gespannt, wie die weitere Umsetzung erster Schritte verlaufe, und selbstverständlich bereit, sich hier weiter einzubringen.

Fahrradstraßen in Niederkassel

Niederkassel begebe sich langsam auf dem Weg zur Ausweisung erster Straßenabschnitte als Fahrradstraße. Angesichts der vom Ausschuss beschlossenen Prüfaufträge für zwei Straßenzüge sei er hier hoffnungsvoll, zumal dies im Falle positiver Erfahrungen ja erst der Anfang sein solle, kommentiert Lorscheid. „Die Probleme liegen hier eher im Detail, so ist aus unserer Sicht die eine Strecke zu kurz und die andere zu lang ausgefallen.“ Nach Ansicht des ADFC-Sprechers ist im Falle der Strecke Weiler Weg-Eschmarer Straße eine Fahrradstraße nur im innerörtlichen Abschnitt Adalbertstraße-Kriegsdorfer Weg sinnvoll. Einen ohnehin schon autofreien landwirtschaftlichen Weg in eine Fahrradstraße umzuwandeln, bringe niemanden weiter. Bei der Uferstraße in Lülsdorf empfiehlt Lorscheid, auch die Burgstraße miteinzubeziehen, so wie dies der ADFC bereits 2017 vorgeschlagen habe: „Denn der Rheinradweg endet ja nicht an der Lülsdorfer Burg, sodass auch auf der Burgstraße reger Radverkehr herrscht.“

ADFC fordert: eine durchgängige, sichere Radverbindung

„Den guten Willen der Politik sehe ich auch beim Prüfauftrag zur Einrichtung von Schutzstreifen“, konstatiert Lorscheid. Er habe hier allerdings wenig Hoffnung auf ein positives Prüfergebnis, gegenüber der letzten Prüfung habe sich faktisch nichts geändert; die erforderlichen Fahrbahnbreiten seien nicht vorhanden. Schutzstreifen unterhalb der Regelbreite, wie es sie etwa in Troisdorf gibt, lehnt der ADFC ab. „Insgesamt sehen wir Schutzstreifen mittlerweile eher kritisch, weil sie erfahrungsgemäß Autofahrer dazu verleiten, mit zu geringem Abstand zu überholen“, erläutert Lorscheid. „Alternativ sollte die Verwaltung unbedingt auch prüfen, in welchen Abschnitten der Nord-Süd-Achse ohne Radweg Tempo 30 möglich ist“, fordert Lorscheid. „Darüber hinaus zeigen die Probleme auf der Nord-Süd-Achse: eine durchgängige, sichere Radverbindung in Nord-Süd-Richtung abseits der Hauptstraßen, wie sie das Konzept Radnetz PLUS vorsieht, ist dringend erforderlich.“

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