Was du schon immer über Maibäume wissen wolltest

Jede Menge bunter Maibäume markieren momentan wieder die Häuser der Liebsten. Aber woher stammt dieser Brauch, der besonders im Rheinland so populär ist, überhaupt?

Was du schon immer über Maibäume wissen wolltest

Am Mittwoch war es wieder soweit, in den Dörfern, Städten und Gemeinden im Rheinland wurden zum 01.Mai bunt verzierte Bäume aufgestellt. Aber warum eigentlich „Maibäume“ und woher kommt die Tradition einen Baum als Zuneigungsbeweis vor die Tür zu stellen?

Für alle die sich diese Fragen Ende April und Anfang Mai wieder stellen, haben wir ein bisschen nachgeforscht und die bekanntesten Traditionen rund um das Aufstellen der Maibäume zusammengefasst.

Wie alles begann

Zu den genauen Anfängen gibt es verschiedene Ansätze, die jedoch alle besagen, dass sich im 15.Jahrhundert der heutige Brauch langsam etablierte. Je nachdem, wo in Deutschland man nachfragt, werden die Antworten sehr unterschiedlich ausfallen. Viele Gemeinden haben eigene Bräuche entwickelt, die sich teilweise schon von Ortschaft zu Ortschaft unterscheiden können.

Versteigerungen

In vielen Orten - auch in Niederkassel - kommt es zu den Maiversteigerungen. Unverheiratete Mädchen werden an den Höchstbietenden versteigert. Dieser darf sich dann Maikönig nennen und seine Partnerin zur Maikönigin krönen. Ein Rötzchenvater oder Rötzjesvadder „übernimmt“ oder ersteigert die zuvor nicht ersteigerten Frauen und stellt ihnen zu Ehren den Dorfbaum auf.

Diese Versteigerungen haben heute natürlich eher symbolischen Charakter. Die Einnahmen der Versteigerung werden überwiegend zur Organisation einer Maisaison genutzt. Aber dies war damals anders…

Mailehenbrauch

Es wird immer wieder nach den Gründen für den sogenannten „Mailehenbrauch“ gefragt. Die Antworten sind nicht eindeutig. Manche begründen ihn aus der früheren Enge des dörflichen Lebens und dem Bemühen, den örtlichen Heiratsmarkt öffentlich zu machen und junge Burschen und Mädchen vorübergehend zu Probeehen zusammenzuführen.

Für die Hüter von Recht und Ordnung damals eine frevelhafte Angelegenheit: Der Kölner Kurfürst Clemens August (um 1750) wandte sich gegen die Burschen, die nachts die Maibraut besuchten. In einer speziellen Verordnung wurden denen, die beim „Fensterln“ erwischt wurden, spürbare Strafen angedroht.

Maibäume im Rheinland

Die Männer stellten nicht immer ihrer festen Freundin oder Angebeteten einen Maibaum vor das Haus. Früher gehörte das Aufstellen des Baumes zum o.g. „Mailehenbrauch“. Die auf der Basis der „Versteigerung“ gebildeten Paare sollten dauerhaft zusammenbleiben. Die Frauen wurden quasi probeweise an die Junggesellen „verliehen“ und diese stellten als Gegenleistung einen geschmückten Baum vor das Haus der Partnerinnen.

Maibaumsammlung

Mittlerweile sind mit den lockeren Beziehungen und offenen Freundschaften auch an manchen Häusern mehrere Maibäume zu finden. Die Qual der Wahl mit dem Überraschungseffekt, welcher wohl von wem sein könnte, ist eine neuere Variante der alten Tradition. Auch Mamas oder Omas wird gerne ein spezieller Dank ausgedrückt.

Warum Birken?

Das Birken häufig mit dem „Maibaum stellen“ verbunden werden, hat einen Grund. Die ersten blühenden Bäume nach dem Winter sind Birken. Sie stellen den frühlingshaften Liebesbeweis dar, der gleichzeitig auch als Symbol für den Sommeranfang steht. Häufig mit verschiedenen bunten und vorzugsweise wasserfestem Krepppapier dekoriert, läuten sie als farbenfrohe Boten den Frühling ein.

Alternativen?

Wem der Maibaum zu sperrig und anstrengend ist, sollte als Alternative allerdings keine Kirschbaumzweige oder stachelige Weißdornzweige wählen, dies gilt als sogenannter „Schandmai“.

Ein Maiherz, z.B. aus Krepppapier ist die bessere Wahl und führt zu einem entspannteren Mai. Ist allerdings im Vorhinein viel Arbeit:

Hier gibt es die Anleitung!

Nun denn; Viel Spaß beim Maibäume bewundern.

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